Rückblick Jahreshauptversammlung 2016

Auch in diesem Jahr fand unsere Jahreshauptversammlung im Kristallsaal der KoelnMesse statt. Über 350 Mitglieder und Gäste hatten die Gelegenheit, sich bei 22 Fachausstellern über aktuelle Produkte und Dienstleistungen rund um unser berufliches Tagesgeschäft umfassend zu informieren. Alleine deswegen, so die Meinung vieler anwesenden KollegInnen, lohnt sich der Weg nach Köln zu unserem Verbandstag.

Pünktlich um 10.00 Uhr begann die Sitzung mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch den 1. Vorsitzenden. An ihrer Spitze Herr Ministerialrat Dieter Kettenbach vom Verkehrsministerium. Der Vormittag war geprägt durch durchweg inhaltlich gewichtige und gleichzeitig kurzweilige Vorträge.

Ministerialrat Dipl.-Ing. Dieter Kettenbach berichtete aus dem Verkehrsministerium in Düsseldorf. Zunächst ging er auf die Unfallentwicklung in NRW ein. Unter anderem berichtete er, dass die Zahl der getöteten Motorradfahrer vor allem in bergischen Regionen angestiegen ist. Auch die Zahl der getöteten jungen Fahrer sei wieder leicht gestiegen. In diesem Zusammenhang wies Herr Kettenbach auf mehrere internationale Studien hin, die deutlich aufzeigten, dass Ablenkung – insbesondere durch Bedienen von Smartphones – eine Hauptursache für schwere Unfallsituationen sei. Er bat deshalb die Fahrlehrerschaft, dieses Thema in der Ausbildung noch intensiver anzusprechen.

Anschließend referierte Herr Kettenbach über die anstehende Fahrlehrerrechtsreform. Da aber ein Referententwurf mit den genauen Ausformulierungen der Reform noch nicht vorläge, könne er nur einige wichtige Eckdaten erläutern. (Sobald der Referentenentwurf vorliegt, werden wir über die genauen Inhalte berichten. Anm. der Redaktion)

Zum Schluss seiner Ausführungen bedankte er sich bei der Fahrlehrerschaft für ihren stetigen Einsatz im Sinne der Verkehrssicherheit und bei den Landesverbänden Nordrhein und Westfalen für die konstruktive Zusammenarbeit.

Herr RA Arne Böhne. „Geschäftsfeldleiter Fahrerlaubnis“ beim TÜV Rheinland, überbrachte die Grüße beider für uns zuständigen TÜV-Organisationen. In seinem Vortrag berichtete er über die Prüfungszahlen in unserem Verbandsgebiet und stellte dabei fest, dass die Anzahl der theoretischen und praktischen Prüfungen im Jahre 2015 leicht angestiegen sind. Dies lag vor allem an der höheren Anzahl von Fahrerlaubnisbewerbern in NRW. Dieser Trend hätte sich auch Anfang dieses Jahres gefestigt.

Herr Böhne bedankte sich für die professionelle und kompetente Arbeit auf allen Ebenen. Dies sei der Grundstein für die gute Zusammenarbeit im täglichen Prüfgeschäft genauso wie auf Verbandsebene, wenn es darum geht, gemeinsam Ausbildung und Prüfung zu optimieren.

Peter Glowalla, 1. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung, beeindruckte mit einem nachdenklich stimmenden Vortrag zum Thema: „Sind unsere beruflichen Grundlagen zukunftsfähig?“ In seinen Ausführungen ging er schwerpunktmäßig auf die Eckpunkte der Fahrlehrerrechtsreform ein und sparte dabei nicht mit Kritik an der Vorgehensweise und den Vorstellungen des Gesetzgebers. Er bemängelte den unhaltbaren Zustand, dass Politik und Verwaltung den Berufsstand bei der Entscheidungsfindung zur Fahrlehrerrechtsreform, komplett außen vorlässt.

Peter Glowalla berichtete umfassend über den Arbeitskreis „Fahrlehrerrecht“ beim Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar. Selbst zu diesem wichtigen Termin gab es noch keinen Konkreten schriftlich ausformulierten Entwurf zur Reform. Anhand der vorliegenden Informationen war es überhaupt nicht möglich, viele entscheidende Fakten zielführend zu diskutieren.

Peter Glowalla kritisierte, dass viele von der Mehrheit getragenen Empfehlungen des VGT, vom Gesetzgeber nicht aufgegriffen werden und gab dazu konkrete Beispiele. In seinen weiteren Ausführungen nahm er sich eines anderen wichtigen Themas an: Der Umgang mit den neuen technisch bedingten Herausforderungen durch Fahrerassistenzsysteme, teilautonomes und autonomes Fahren. Ausbildung und Prüfung hinken den modernen technischen Gegebenheiten weit hinterher. Er appellierte an alle Beteiligten, vor allem an uns Fahrlehrerschaft und Prüforganisationen, sich dieser Thematik schnellstens anzunehmen.

In seinem Fazit stellte Peter Glowalla fest, dass unser Berufsstand zukunftsfähig ist, wenn er sich den neuen Herausforderungen stellt und dazu die richtigen Lösungen findet.

Nach diesem eindrucksvollen Vortrag bedankte sich der geschäftsführende Vorstand im Namen aller Kollegen für seine nicht hoch genug einzuschätzende Arbeit für den Berufsstand vieler Jahrzehnte.

Peter Glowalla tritt nämlich in diesem Jahr nicht mehr zur Wahl zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden im Rahmen der Mitgliederversammlung der BVF an.

Herr Tobias Heilmann, Nachfolger von Bernd Schlunke und damit unser neuer Ansprechpartner bei der Volkswagen AG, nutzte die Gelegenheit, als Hauptsponsor diese Verbandstages, sich für die aktuellen Missstände im VW-Konzern und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten bei allen
Mitgliedern zu entschuldigen. Er bedankte sich ausdrücklich dafür, dass gerade die Fahrlehrerschaft und auch die Verbände der Marke VW in diesen Zeiten die Treue halten.

In seinen weiteren Ausführungen berichtete er über Neuentwicklungen und spezielle Angebote für Fahrlehrer aus dem Hause Volkswagen.

Die eindeutig weiteste Reise aller Gäste hatte der 1. Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Bode. Er sprach die Grußworte der befreundeten Verbände. Er wies darauf hin, wie wichtig – gerade in so entscheidenden berufsständischen Phasen wie zur Zeit – der Meinungs- und Informationsaustausch der Landerverbände unterienander ist. Nur so ist es möglich, mit einer einheitlichen Meinung vorzugehen und gute Argumente auszutauschen und zu übernehmen.

Herr Stephan Kottwitz, Abteilungsleiter „Schaden“ bei der Fahrlehrerversicherung in Stuttgart, erläuterte die insgesamt positive geschäftliche Entwicklung bei unserer Fahrlehrerversicherung. Die Einnahmen durch die gezahlten Prämien decken die Ausgaben der Verwaltungskosten und der Schadensregulierungen. Der kleine verbliebene Gewinn geht wie immer in die Rücklagen der Versicherung, da sie als Verein auf Gegenseitigkeit keine Gewinne an Dritte auszahlen muss.

Zum Abschluss der Vormittagsveranstaltung fasste Kurt Bartels die Vormittagsreferate und Grußworte kurz zusammen. Er stellte fest, dass alle Institutionen, die sich heute präsentiert hatten, sei es TÜV, Fahrlehrerversicherung, Fahrzeughersteller, aber unter anderem auch Verlage oder ADAC, sich ständig unserer Expertisen bedienen, unsere Meinung erfragen und unsere Argumente in ihren Entscheidungen einfließen lassen. Kurt Bartels merkte deutlich an, dass anscheinend nur der Gesetzgeber unsere Meinung „mit Füssen tritt und ignoriert“.

(Die weiteren Ausführungen dazu lesen Sie bitte auf Seite 22. Dort finden Sie Auszüge aus einem Artikel, erstellt von dem Journalisten Ulrich Lieber, der für die Zeitschrift „Fahrschule“ berichtet hat.)

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte der aufgrund des Vereinsrechtes vorgegebene interne Teil. Nach der Ehrung der verstorbenen MitgliederInnen durfte Volker Freigang einen wesentlich angenehmeren Tagesordnungspunkt moderieren: Die Ehrung der Kollegen, die 50 Jahre als Fahrlehrer ihren Beruf im Sinne der Verkehrssicherheit ausgeübt haben. Ihnen allen, auch den nicht Anwesenden, nochmals an dieser Stelle ein großes Dankeschön mit den damit verbundenen Glückwünschen!

In seinem Geschäftsbericht ging Kurt Bartels zuerst auf die Mitgliederentwicklung ein. Auch in diesem Jahr ist ein leichter Rückgang der Mitglieder zu verzeichnen, der überwiegend mit dem altersbedingten Ausscheiden durch Versterben oder Kündigen zu erklären ist. Leider mussten auch neun Kollegen aus unserer Gemeinschaft ausgeschlossen werden, da sie ihre Mitgliedsbeiträge trotz mehrfacher Aufforderung nicht gezahlt haben.

Kurt Bartels berichtete weiterhin, dass in gesamt NRW die Zahl der Fahrschulbetriebsstätten weiter rückläufig sind. Gründe hierfür sind überwiegend Geschäftsaufgabe aus Altersgründen, aber auch Schließung von Hauptstellen und Zweigstellen wegen wirtschaftlicher Unrentabilität. Gleichzeitig sind insgesamt weniger Neugründungen zu verzeichnen.

Danach berichtete Kurt Bartels, dass er über 130 wichtige berufsständische Termine seit der letzten Jahreshauptversammlung 2015, oft mit Übernachtung, wahrgenommen hat. Dabei wurde er tatkräftig von seinen Stellvertretern Volker Freigang und Arnold Wymar unterstützt.

Erfreuliches konnte Arnold Wymar in seinem Kassenbericht berichten. Am Jahresende stand ein Überschuss von ca. 25.000 Euro zu Buche, der durch sparsames Haushalten und verantwortlichen Umgang mit Mitgliedsbeiträgen erreicht werden konnte.

Die Kassenprüfer Andreas Bergrath und Michael Gronen berichteten über eine ordnungsgemäß geführte Kasse und stellten den Antrag auf Entlastung des Vorstandes, der dann auch einstimmig erfolgte.

Da keine Anträge vorlagen, beendete Kurt Bartels die Versammlung, nachdem er sich ausdrücklich bei allen Bezirksvorsitzenden, Kreisobleuten und Referenten für deren Arbeit bedankte. Sein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen im Verbandsbüro, die täglich dafür sorgen, dass alles rund läuft.